Geschichte

Das Harlingerland

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Ev.-luth. St.-Nicolai-Kirche Wittmund

Das ursprüngliche Harlingerland war auf der ostfriesischen Halbinsel ein eigenständiges Territorium wie z.B. das Norderland und das Rheiderland. In der katholischen Zeit des Mittelalters gehörte es kirchlich zum Bremer Erzbistum.

Die Reformation löste das Harlingerland aus der katholischen Diözese. Die jeweiligen „Herren von Esens, Stedesdorf und Wittmund" übten das landesherrliche Kirchenregiment in recht freier Form aus. Eine Kirchenordnung wurde nie eingeführt.

Auch als das Harlingerland vom ostfriesischen Grafenhaus regiert wurde, wurden die kirchenrechtlichen Regelungen der Grafschaft bzw. des Fürstentums nicht auf das Harlingerland übertragen. Das betrifft z.B. das monoparochiale Mitgliedschaftsrecht und das Interessentenwahlrecht für die Pfarrwahl.

Mit der Übernahme Ostfrieslands durch Preußen wurde preußische Kirchenverwaltung auch im weiterhin gesonderten Territorium Harlingerland eingeführt z.B. im Visitationswesen.

Das Harlingerland blieb auch zu königlich-hannoverscher Zeit ein rechtlich eigenständiges Gebiet mit zwei Superintendenten in Esens und Wittmund, die auch Sitz des Drosten (Amtmanns) waren. Das letzte regionale Gesangbuch erschien unter dem Titel: Gesangbuch für das Fürstentum Ostfriesland und für das Harlingerland.

Ev.-luth. St.-Magnus-Kirche Esens

Am 1. Juli 1965 wurde der ostfriesische Kirchenkreis Reepsholt mit dem Kirchenkreis Wittmund vereinigt. Im Gebiet dieses altostfriesischen Kirchenkreises gelten nach wie vor die besonderen ostfriesischen Rechte zur Mitgliedschaft und zur Pfarrwahl.

1974 wurden dann auch die Kirchenkreise Esens und Wittmund zum heutigen Kirchenkreis Harlingerland zusammengeführt. Superintendentursitz ist seither Esens. Das Kirchenamt ist seit 2010 zusammen mit anderen ostfriesischen Kirchenkreisen in Aurich angesiedelt.