Bild: Jens Schulze

Foto: Heike Pendias
Foto: Heike Pendias

Kirchenkreissynode

Nachricht Harlingerland, 03. Dezember 2021

Vorstandswahlen und Zukunftsfragen

Am 25. November 2021 tagte die Kirchenkreissynode (ehemals: Kirchenkreistag) des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Harlingerland unter 3G-Bedingungen in der Theodor-Thomas-Halle in Esens. Der Vorsitzende Ernst-Ludwig Becker begrüßte die Delegierten zu zukunftsweisenden Tagesordnungspunkten. 

Für Ernst-Ludwig Becker sollte es auf eigenen Wunsch nach sechs Jahren die letzte Kirchenkreissynode sein. Er verabschiedete sich mit einem Dank für die gute Zusammenarbeit. Zu seinem Nachfolger wurde Jürgen Buß aus Esens gewählt. Superintendentin Hadem dankte Becker für seinen ruhigen und besonnenen Einsatz für den Kirchenkreis: „Wir wünschen dir von Herzen Gottes Segen, doch du wirst uns mit deiner Art fehlen.“ Karin Emken als stellvertretende Vorsitzende und Christian Cordes, Rainer Hinrichs und Manfred Post als Beisitzende wurden in ihren Ämtern bestätigt und wiedergewählt. (Bild)

Die Zukunftsfragen nahmen den größten Raum an diesem Abend ein, denn die landeskirchlichen Einsparungen für die Planungsperiode 2023-2028 treffen auch den Kirchenkreis Harlingerland massiv. Jährlich wird die Landeskirche ihre Zuweisung in den 6 Jahren der Planungsperiode um je 2% kürzen. Die gesamten 12% bedeuten für den Kirchenkreis eine Einsparung von 2,75 Millionen Euro. Diese Aufgabe erfordert massive und schmerzhafte Einschnitte. „Das ist nur gemeinsam zu stemmen“, so Becker. Wichtig bleibt, dass bei allen Kürzungen weiterhin flächendeckend gute kirchliche Arbeit vor Ort sichergestellt wird. 

Als Vorlage für die Synodalen hatten der Finanz- und Stellenplanungsausschuss der Kirchenkreissynode, der Kirchenkreisvorstand und die Planungsgruppe einen Einsparungsentwurf erarbeitet, der an diesem Abend in der ersten Lesung von den Synodalen beraten wurde.  
Der Entwurf setzt zwei Schwerpunkte:
Der Kirchenkreissynode wird die Schließung der Evangelischen Jugendbildungsstätte Asel (Jubi Asel) zum 31.12.2022 empfohlen. Da sich die Landeskirche Hannovers bereits 2012 aus der finanziellen Unterstützung zurückgezogen hatte und keine Kooperationspartner für eine gemeinsame Trägerschaft gewonnen werden konnten, läge die Finanzierung weiterhin allein beim Kirchenkreis Harlingerland. Erschwerend hinzu kommen niedrige Belegungszahlen und der Investitionsstau im alten Gebäudebestand. In den letzten 5 Jahren ist es trotz aller Bemühungen leider nicht gelungen, ein tragfähiges Zukunftskonzept zu entwickeln. 
Die Schließung ist ein schwerer Schritt für alle im Kirchenkreis, denn die Jubi Asel ist für viele Menschen ein wichtiger Ort in der eigenen Biographie und die Mitarbeitenden haben zum Teil über Jahrzehnte herausragende Arbeit geleistet.
Dennoch wurde am Ende der Sitzung die Schließung der Jubi Asel mit großer Mehrheit beschlossen. Zugleich werden alle Maßnahmen ergriffen, um das Personal des 7-köpfigen Teams so gut wie möglich aufzufangen und die Kirchengemeinde als Eigentümer der Gebäude in der Suche nach einer geeigneten Nachnutzung zu unterstützen. Eine Nachnutzung im sozial-diakonischen Bereich wird angestrebt. 

Auch im Bereich der Pfarrstellen werden Einsparungen unausweichlich sein.
Bereits 2017 hatte die Kirchenkreissynode (damals noch Kirchenkreistag) einen Masterplan für die zukünftige Pfarrstellenausstattung in den vier Regionen Holtriem, Esens mit Inseln, Wittmund und Südkreis für das Jahr 2030 entwickelt und verabschiedet. Diese Planung erweist sich jetzt als solide Grundlage für die Planungsperiode 2023-2028. Im Kern kann das Ziel durch den Eintritt von Pastorinnen und Pastoren in den Ruhestand gegen Ende der Planungsperiode vollzogen werden. Dann würde es Ende 2028 insgesamt rund 3 volle Pfarrstellen weniger im Kirchenkreis geben. 
Superintendentin Eva Hadem ist zuversichtlich. Sie setzt auf das regionale Denken und eine grundsätzlich gute pastorale Versorgung aller Gemeindeglieder: „Gute regionale Lösungen werden sich finden lassen.“ Davon sind auch die Mitglieder von Finanz- und Stellenplanungsausschuss und Kirchenkreisvorstand überzeugt. Welche Form in welcher Region am besten passt, um alle Menschen in den Kirchengemeinden gut zu versorgen, gilt es in den kommenden Jahren gemeinsam zu erarbeiten, so dass in 2027/2028 die Arbeit unter veränderten Bedingungen aber nachhaltig gut aufgestellt weitergehen kann.