Mit der Reihe "Starke Frauen von hier" stellen die Frauen der SPD Esens/Inseln Frauen aus der Region vor, die mit Engagement, Ausdauer und Haltung Verantwortung übernehmen - so wie Eva Hadem. Mit ihr sprachen sie über Motivation, Vorbilder, Herausforderungen in Führungspositionen und ihre Wünsche für die Zukunft. Hadems Antworten finden Sie hier:
1. Was motiviert Sie jeden Tag in Ihrer Aufgabe als Superintendentin am meisten?
Die Menschen im Harlingerland - herzlich, höflichen und zutiefst gastfreundlich. Sie machen einem dem Anfang und das Bleiben sehr leicht.
2. Welche Frau hat Sie in Ihrem Leben besonders geprägt oder inspiriert?
Die prägeneste Frau war sicher meine Mutter in ihrer klaren, klugen, unbestechlichen Art. Sie hat mir auch die Frau gezeigt, die mich sehr inspiriert hat: Die Künstlerin Paula Modersohn-Becker. Die einfachste Form weist in die Zukunft. Das kann man mit ihren Bildern jeden Tag neu entdecken.
3. Vor welchen Herausforderungen standen Sie auf Ihrem Weg in eine Führungsposition – und wie haben Sie sie gemeistert?
Die Institution Kirche ist – vermutlich wie die Politik – durch und durch patriarchal geprägt. Als Frau wird man gefragt, ob man sich wirklich ein Leitungsamt „antun“ wolle. Wenn sich eine Frau nach einer Frau auf ein Leitungsamt bewirbt, ist der Satz „Jetzt wird doch erst einmal wieder ein Mann gewählt“ schnell bei der Hand.
Ich habe mich von den Einwänden nicht beirren lassen, habe mich gut vorbereitet und hatte immer hilfreiche Unterstützer*innen.
4. Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Kirche und die Rolle von Frauen darin?
Aus vielen Gründen halte ich es für wichtig, dass wir alle Strukturen in der Kirche sehr selbstkritisch und radikal anschauen. Was entspricht der Botschaft unseres Gottes? Was dient den Menschen, dem Leben? Wie leben wir tatsächlich gleichberechtigt? Das wären meine Leitfragen, um die Kirche von der Quelle her neu zu denken.
5. Welche Botschaft möchten Sie jungen Frauen mitgeben, die Verantwortung übernehmen wollen?
Meine Mutter nutzte oft den Satz: „Wenn die anderen in die Weser springen, musst du doch nicht hinterherspringen.“ Als Kind mochte ich den Satz gar nicht. Heute weiß ich, wie wichtig er ist, um den eigenen Weg zu gehen.
Mit einem Satz aus der Bibel lässt sich diese Haltung noch kürzer und positiv ausdrücken: Seid mutig und stark.