Werdum

St-Nicolai-Kirche

St.-Nicolai-Kirche (Werdum)

Der Luftkurort Werdum und das Nordseeheilbad Neuharlingersiel bilden zusammen die ev.-luth. Kirchengemeinde Werdum- Neuharlingresiel.
Nicht nur in Werdum durch die weithin sichtbare St.-Nicolai-Kirche, sondern auch in Neuharlingersiel ist Kirche vor Ort mit dem „Haus am Hafen“ vertreten.

Die Hauptkirche aber ist die auf einer Warft gelegene St.-Nicolai-Kirche, deren Baugeschichte nach neusten Erkentnissen aus dem Jahr 2003 in den Jahren 1230-1250 datiert werden kann. Der polylobe Bogen über dem Nordportal ist ein sicheres Zeichen dafür. Alle vergleichbaren Bauwerke mit polylobe Bogen sind ohne Ausnahme in diesem Zeitraum entstanden. Für die Werdumer Kirche gibt es ein Weihedatum aus dem Jahr 1327. Die erneute Weihe dürfte wohl in zuvor erfolgten Umbauarbeiten zu suchen sein.

Mit ihrem Namenspatron ist an den Bischof Nicolaus von Myra (Lykien, Anfang 4. Jahrhundert) erinnert, der seit dem 10. Jahrhundert in Deutschland als Schutzpatron der Schiffer, Kaufleute, Bäcker, Kinder und Schüler verehrt wurde.

Man kann mit Sicherheit annehmen, dass die allgemein durch Wasserfluten bedrohten Bürger von Werdum, das im 11. u. 12. Jahrhundert durch Meereseinbrüche fast Insellage hatte, aber auch hier ansässige Seefahrer sich den Schutz des Hl. Nicolaus besonders erbaten. Der Turm, 1763 an die Kirche angebaut, ist das weithin sichtbare Wahrzeichen von Werdum.

 

Das Taufbecken aus dem Jahr 1760 wird noch heute zur Taufe verwendet. Es ist aus Holz gefertigt und zeigt geschwungene Formen - eine sehr seltene Form, wie bei einer Glocke.

Der Chor, heutige Altarraum im Osten der Kirche, ist etwa 200 Jahre nach dem Bau des Kirchenraumes an den bis dahin geraden Ostabschluß angebaut worden. Das Altarbild aus dem 18. Jahrhundert zeigt die Einsetzung des Heiligen Abendmahls und ist 1796 von Antonie Röntgen, geb. Tischbein nach einer Vorlage von Joh. Heinrich Tischbein d. Ält. („Kasseler Tischbein“) gemalt worden.

Die Kirche gliedert sich in drei Bauabschnitte. Der eigentliche Kirchenraum ist eine rechteckige Halle, ursprünglich in einem Übergangsstil Romanik / Frühgotik erbaut. Die einzige noch ursprüngliche Fensteröffnung, in die 1706 ein ovales Fenster eingesetzt wurde, befindet sich an der Südseite. Hierbei soll es sich um das „heilige Fenster“ handeln, für das es zwei Sinndeutungen gibt: Die eine besagt, dass durch dieses Fenster das „Ewige Licht“, welches im Altarraum brannte, den Verstorbenen auf dem Friedhof leuchten sollte. Die andere Deutung hat mit den Krankheiten des Mittelalters zu tun: Wer z. B. an Aussatz litt, sollte zwar vor der Kirche, aber nicht ohne den kirchlichen Segen bleiben. Er sollte, vor der Maueröffnung stehend, wenigstens akustisch am Gottesdienst teilnehmen können. Die Kanzel ist 1670 geschaffen worden und zeigt in 5 Feldern auf dem Kanzelkorb den Apostel Paulus (mit einem Schwert) und die vier Evangelisten mit ihren Symbolen: Markus mit dem Löwen, Lukas mit dem Stier, Johannes mit einem Kelch (nicht mit einem Adler wie üblich) und Matthäus mit einem Menschen. 

Die Orgel baute Johann Diepenbrock 1897/98 mit 14 Registern auf zwei Manualen und Pedal und mechanischen Kegelladen. Sie ist vollständig erhalten und wurde 1987/88 von Martin Haspelmath gründlich instand gesetzt.

 

Herzlich Willkommen!

 

Gottesdienste

Jeden 1. Sonntag im Monat
09:30 Uhr

Jeden 3. Sonntag im Monat
11:00 Uhr

Die Kirche ist von 10:00 Uhr
bis 18:00 Uhr "verlässlich" geöffnet.

Pastorin

Rosemarie Giese

Tel.: 04974 663

An der Kirche 6
26427 Werdum

Kirchenvorstand

Johann-Remmers Osterkamp

Tel.: 04974  202

Küsterin

Sonja Goldenstein
Tel.: 04974  91 44 62